Die Probleme mit einem tiefen Mindestkurs

Warum die Schweizerische Nationalbank keinen tiefen Mindestkurs einführen kann.

Um die einheimische Exportindustrie zu schützen, hatte die Schweizerische Nationalbank 2011-2015 einen Mindestkurs eingeführt.

Das heisst, die Nationalbank hat dafür gesorgt, dass nicht zu viele Euro für einen Schweizer Franken bezahlt werden mussten.

Wollen mehr Leute Schweizer Franken kaufen als es Verkäufer gibt, so steigt der Preis für einen Schweizer Franken an.

Dies hat die Nationalbank verhindert, in dem sie selbst als Verkäufer von Schweizer Franken aufgetreten ist, so dass genügend Schweizer Franken zum Verkauf angeboten wurden.

Das kann die Nationalbank machen, da sie selbst unendlich Schweizer Franken herstellen kann und theoretisch auch darf.

Das bedeutet aber auch, dass immer mehr Schweizer Franken im Umlauf waren.

Es gibt in der Schweiz aber nur eine begrenzte Anzahl Konsumgüter, die gekauft werden können. Ist zu viel Geld vorhanden mit welchem Konsumgüter gekauft werden wollen, so werden die Verkäufer ihre Preise anheben. Es entwickelt sich Inflation. Das Geld ist immer weniger wert.

Die Schweiz hatte in den letzten Jahren (bis 2017) eine sehr tiefe Inflation. Dieses Problem ist also nicht entstanden durch den Mindestkurs.

Neben den Konsumgütern gibt es aber auch Investitionsgüter. Das sind zum Beispiel Maschinen, Immobilien, Land, Häuser, Aktien, Obligation, usw.

Die Käufer von Schweizer Franken haben die gekauften Franken nicht dafür verwendet Konsumgüter zu kaufen, sondern um Investitionsgüter zu kaufen.

Eine grosse Nachfrage nach Investitionsgütern führt zu steigenden Preisen für diese Investitionsgüter. Dies ist nicht in den üblichen Inflationsstatistiken aufgeführt. Die normale Inflation wird anhand des Preisindexes der Konsumgüter gemessen.

Und bei vielen Investitionsgütern sind die Preise über die letzten Jahre stark gestiegen in der Schweiz.

Eine Preissteigerung bei Investitionsgütern führt am Anfang zu keinen Problemen.

Mit der Zeit kann es aber zu grossen Problemen führen.

Zum Beispiel können Investitionsgüter dann schnell wieder an Wert verlieren. Verlieren Häuserpreise schnell und stark an Wert, so kann dies zu einem Immobiliencrash führen. Dabei verlieren viele Häuserbesitzer rasch viel an Vermögen, da ihr Haus nun weniger wert ist. Ist das Haus noch auf Kredit (Hypotheken) gekauft, so ist es noch gravierender.

Ein Immobiliencrash kann wiederrum zu einer Bankenkriese führen kann. Und dass dies nichts Gutes ist, sollte den meisten noch aus 2008 in Erinnerung sein.

Aufgrund des Risikos von zu stark steigenden Preisen für die Investitionsgüter, konnte und kann die Schweizerische Nationalbank keinen beliebigen Mindestkurs festsetzen.




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